Blindenhandwerk
- eine saubere Sache -
Die Geburtsstunde der Arbeit mit blinden Menschen hier in Österreich liegt Anfang des 18. Jahrhunderts. In Österreich gab es viele Menschen ohne Augenlicht, die nicht einmal das Notwendigste zum Leben hatten. Es wurde nach Lösungen für das Problem gesucht.
Blinde Menschen galten zu dieser Zeit als lernunfähig.
Durch den Glauben an das Können und den unermüdlichen Einsatz einiger Engagierter wurden alsbald Schulen für Blinde errichtet. Diese Menschen machten dort auch eine Berufsausbildung als Seiler, Bürstenbinder, Korbflechter oder Musiker.
Es stellte sich leider heraus, dass nach Beendigung der Berufsausbildung diese jungen Menschen wieder von Ihren Familien als Bettler auf die Strasse geschickt wurden.
Erst im Laufe der Jahrzehnte zeigte sich, dass durch diese Ausbildung, auch blinde Menschen mit Ihrer Hände Arbeit sich selber oder eine Familie ernähren konnten. Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Blindenvereine gegründet..
Meist aus einer Ansammlung von Betroffenen.
Die Wirrungen der Kriege und der Nachkriegszeit konnte den Aufbau von Blindenhandwebereien, Korbmachereien und Werkstätten in denen Bürsten und Besen gezogen wurden nicht aufhalten.
In den 60-80 Jahren des letzten Jahrtausends blühte in Österreich das Blindenhandwerk durch Aufträge aus der Wirtschaft auf und verhalf vielen
Blinden- und Sehbehinderten Menschen zu Arbeit und Selbsterfüllung.
Die handgefertigten Produkte liegen im Preis deutlich über den maschinell gefertigten Produkten. Im heutigen Preiskampf stehen die Werkstätten den Großmärkten mit großen Abnehmerproblemen gegenüber. Die Blindenwerkstätten sahen sich nicht in der Lage diesen zukünftig fortführen zu können.
Das Aus für die Arbeitsplätze von Blinden- und Sehbehinderten kam zur Jahrtausendwende.
Erst durch eine europäische Beteiligung und Neuausrichtung der bestehenden Blindenwerkstätten war es nun möglich die bestehenden Arbeitsplätze zu erhalten.
Angespornt durch diesen Erfolg und die Akzeptanz in der Bevölkerung auch im vereinigten Europa die Blindenarbeit zu unterstützen wurde im April 2006 das Blinden- und Sehbehindertenförderungswerk mit der Geschäftsstelle und Blindenwerkstatt in Wien/Floridsdorf gegründet.
Das Blinden und Sehbehindertenwerk GmbH versteht sich als Anlaufstelle für Blinde und Sehbehinderte aus ganz Österreich.
Hierbei ist es unerheblich ob der blinde Mensch eine Ausbildung erhalten hat oder nicht. Ziel ist es eine Beschäftigungsgesellschaft für blinde- und sehbehinderte Menschen zu errichten die sich auf den europäischen Markt eingestellt hat.
Durch internationale Kooperationen ist es möglich eine Ausbildung und Qualifizierung in den traditionellen Beschäftigungsfeldern für blinde- und sehbehinderte Menschen anzubieten.
Das Ziel ist möglichst viele nationale Produkte herzustellen. Dazu bieten wir vielfältige Arbeitsplätze an.
Wir sind froh Ihnen jetzt schon mitteilen zu dürfen, dass unser Konzept sowohl seitens der Arbeit suchenden blinden- und sehbehinderten Menschen als auch auf der Seite unserer Kunden die dieses Konzept unterstützen großen Anklang gefunden hat, so dass wir optimistisch in die Zukunft sehen können.
Die Mitarbeiterzahl ist von 2006 bis Heuer von 3 auf nunmehr 19 Mitarbeiter angewachsen.
Von diesen 19 Mitarbeiter befinden sich 6 Kollegen seit Oktober 2010 in der Ausbildung zum Bürsten- und Pinselmacher im Handeinzug die in der Ausbildungseinrichtung SEBUS (www.sebus.at)) für die Theorie und im Blinden - & Sehbehindertenförderungswerk (www.bsfw.at) für die praktische Ausbildung statt findet.
Von diesen 19 Mitarbeitern sind lediglich 2 Mitarbeiter ohne Handicap , 13 Mitarbeiter sind blind bzw. schwer sehbehindert und 4 Mitarbeiter sind schwerbehindert.
Durch unser Engagement und Ihre Treue als Kunden können wir das Blindenhandwerk erhalten und sogar ausbauen und damit den Menschen eine Zukunft geben, die sonst keine Chance in unserer modernen, von Leistung und Produktivität geprägten Gesellschaft erhalten.
Bernd Ahrens
Geschäftsführer

